Du hast eine neue Website und es fehlen die Bilder. Der schnelle Weg führt zu einer Stockfoto-Plattform: ein paar lachende Menschen im Büro, ein Handschlag, ein Laptop auf einem Holztisch. Fertig in zehn Minuten. Der Haken: Genau diese Bilder haben deine Besucher schon auf hundert anderen Seiten gesehen.
Das heisst nicht, dass Stockfotos verboten sind. Es kommt darauf an, wo du sie einsetzt. In diesem Artikel erfährst du, welche Bilder auf deiner Website echt sein müssen, wo Stockfotos völlig in Ordnung sind und was beides in der Schweiz kostet.
Warum Besucher Stockfotos in Sekunden erkennen
Menschen sind erstaunlich gut darin, gestellte Bilder zu erkennen. Perfekte Zähne, makellose Büros, Gesichter ohne einen einzigen Gedanken dahinter: Das Gehirn sortiert solche Bilder als «Dekoration» und blendet sie aus. Schlimmer noch: Wer auf einer Handwerker-Website ein Foto aus einem Glasbüro in New York sieht, fragt sich unbewusst, was sonst noch nicht echt ist.
Das ist besonders in der Schweiz ein Problem. Hier kaufen Kunden bei Menschen, die sie einschätzen können. Ein Treuhänder aus Winterthur, eine Physiotherapie in Luzern, ein Malerbetrieb im Toggenburg: Die Kundschaft will wissen, wer ihr die Tür öffnet. Ein echtes Foto beantwortet diese Frage, ein Stockfoto weicht ihr aus.
Wo eigene Fotos Pflicht sind
Es gibt vier Stellen auf deiner Website, an denen du auf Stockbilder verzichten solltest:
- Über-uns-Seite und Team: Hier geht es um Personen. Ein Stockfoto an dieser Stelle wirkt fast wie eine Täuschung.
- Startseite oben: Der erste Eindruck entscheidet. Zeige dein Gebäude, deine Werkstatt, dein Team oder deine Arbeit, nicht irgendeine Szene.
- Referenzen und Projekte: Bilder fertiger Arbeiten sind dein stärkster Beweis. Mehr dazu in Mehr Vertrauen auf deiner Website.
- Kontakt und Standort: Ein Foto des Eingangs oder des Hauses hilft Kunden, dich zu finden und dir zu vertrauen.
Auch für Google lohnt sich das. Originale Bilder mit sauberem Dateinamen und Alt-Text sind ein Signal, dass hinter der Seite ein echtes Unternehmen steckt. Wie du Bilder schlank hältst, steht in Optimale Bildgrössen für Websites.
Wo Stockfotos völlig in Ordnung sind
Nicht jedes Bild muss ein Porträt deiner Firma sein. Stockmaterial funktioniert gut bei:
- Blogartikeln: Ein Titelbild zu einem Fachthema muss nicht dein Betrieb sein.
- Abstrakten Motiven: Texturen, Landschaften, Muster oder Hintergründe.
- Themen, die du nicht selber fotografieren kannst: etwa Situationen, die in der Praxis oder auf der Baustelle nicht möglich sind.
- Platzhaltern während des Aufbaus: Hauptsache, du ersetzt sie vor dem Launch.
Die Faustregel: Alles, was Personen, Leistung oder Standort betrifft, muss echt sein. Alles, was Atmosphäre schafft, darf auch ein Stockbild sein. Wähle dann Bilder, die nicht gestellt wirken, und passe sie farblich an deine Marke an.
Was kostet was in der Schweiz?
Viele Selbständige scheuen eigene Fotos wegen der Kosten. Der Vergleich zeigt, dass der Unterschied kleiner ist, als man denkt:
| Variante | Kosten (CHF) | Wirkung auf Vertrauen |
|---|---|---|
| Kostenlose Stockfotos (Unsplash, Pexels) | 0 | Gering |
| Bezahlte Stockfotos (Einzelbild) | 10 bis 50 pro Bild | Gering bis mittel |
| Selber mit dem Smartphone | 0 (dein Zeitaufwand) | Mittel bis hoch |
| Porträts für ein kleines Team | 250 bis 600 | Hoch |
| Foto-Shooting halber Tag (Team und Arbeit) | 600 bis 1'500 | Sehr hoch |
Wichtig: Ein Shooting ist keine einmalige Ausgabe für eine einzige Seite. Die Bilder nutzt du auf der Website, bei Google Business, auf LinkedIn, in Offerten und auf Flyern. Rechnest du das auf drei bis fünf Jahre, kostet ein gutes Bild nur noch wenige Franken pro Monat.
So kommst du günstig zu guten eigenen Fotos
1. Plane das Shooting wie ein Projekt
Schreibe vorher eine Liste: Welche Bilder brauchst du? Teamfoto, Einzelporträts, Werkstatt, Arbeit im Detail, Eingang, Produkte. Wer vorbereitet kommt, spart beim Fotografen Zeit und damit Geld.
2. Nutze Tageslicht und Ruhe
Für Smartphone-Fotos gilt: Fotografiere am Fenster oder draussen bei bedecktem Himmel, räume den Hintergrund auf und halte das Handy auf Augenhöhe. Das allein hebt die Qualität deutlich.
3. Zeige Arbeit statt Posen
Die glaubwürdigsten Bilder entstehen im Alltag: der Maler bei der Arbeit, die Ärztin im Gespräch, die Hände an der Werkbank. Gestellte Pose-Fotos mit verschränkten Armen wirken schnell steif.
4. Kläre die Rechte
Fotografierst du Kunden oder Mitarbeitende, brauchst du ihr Einverständnis. Beim Fotografen gehört die schriftliche Nutzungslizenz in die Offerte. Alles Weitere zur Rechtslage findest du in Bildrechte auf der Website in der Schweiz.
Mein Fazit
Eigene Fotos sind keine Luxusfrage, sondern eine Vertrauensfrage. Stockbilder sind ein gutes Werkzeug für Atmosphäre, aber ein schlechter Ersatz für dein Gesicht, dein Team und deine Arbeit. Wenn du nur einmal Geld für Bilder ausgibst, dann für die Startseite und die Über-uns-Seite. Alles andere kannst du mit sauber gewählten Stockfotos ergänzen.
Und wenn du unsicher bist, ob deine aktuellen Bilder noch zu deinem Auftritt passen: Im kostenlosen Erstgespräch schaue ich sie mir mit dir an und sage dir ehrlich, was bleiben kann und was weg muss.
Häufige Fragen
Darf ich kostenlose Stockfotos auf meiner Firmenwebsite verwenden?
Ja, wenn die Lizenz kommerzielle Nutzung erlaubt. Plattformen wie Unsplash oder Pexels erlauben das in der Regel, aber du solltest die Lizenzbedingungen prüfen und dir den Download-Nachweis speichern. Nicht erlaubt ist, ein Bild einfach per Google-Bildersuche zu kopieren. Eine Abmahnung kann in der Schweiz mehrere hundert Franken kosten.
Was kostet ein professionelles Shooting für meine Website in der Schweiz?
Rechne für Team- und Arbeitsfotos mit rund CHF 600 bis CHF 1'500 für einen halben Tag, je nach Region und Umfang. Einzelne Porträts für ein kleines Team gibt es teils schon ab CHF 250 bis CHF 400. Wichtig ist, dass du die Nutzungsrechte für Website und Social Media schriftlich bekommst.
Kann ich Fotos mit dem Smartphone selber machen?
Ja, moderne Smartphones reichen für viele Motive aus. Achte auf gutes Tageslicht, einen aufgeräumten Hintergrund und eine ruhige Hand. Für das Teamfoto auf der Startseite und für Porträts lohnt sich trotzdem ein Profi. Für Arbeitsbilder und Details sind Handyfotos oft sogar glaubwürdiger.
Weiterführende Links
Bereit für eine Website, die wirklich funktioniert?
Im kostenlosen Erstgespräch schaue ich mir deine Website an und zeige dir, was sich lohnt.