Viele Inhaber einer Firmenwebsite haben ein ungutes Bauchgefühl: Die Seite sieht ganz okay aus, aber es kommen kaum Anfragen. Woran es liegt, weiss niemand so genau. Genau dafür gibt es einen Website-Audit: eine systematische Prüfung, die zeigt, was funktioniert, was kaputt ist und was dich Kunden kostet.

Die gute Nachricht: Den ersten Audit kannst du selber machen. Du brauchst dafür keine teure Software und kein technisches Wissen, nur etwa zwei Stunden Zeit und die Bereitschaft, deine eigene Seite mit den Augen eines Fremden anzuschauen. Diese Checkliste ist so aufgebaut, dass du Punkt für Punkt vorgehen kannst.

Was ein Website-Audit ist und was er bringt

Ein Audit ist eine Bestandsaufnahme. Du prüfst vier Bereiche: Technik (läuft alles sauber?), Sichtbarkeit (findet Google dich?), Inhalt (verstehen Besucher, was du anbietest?) und Anfragen (wird aus Besuchern Kontakt?). Die meisten Seiten haben in allen vier Bereichen kleine Lecks. Einzeln fallen sie kaum auf, zusammen kosten sie dich jeden Monat Anfragen.

Das Ergebnis ist keine Note, sondern eine Liste. Am Ende weisst du, welche drei bis fünf Dinge du als Erstes beheben solltest, weil sie am meisten bringen. Alles andere kann warten.

Schritt 1 bis 3: Die Technik prüfen

1. Ladezeit und Mobilgeräte

Öffne PageSpeed Insights von Google, gib deine Adresse ein (zum Beispiel deinefirma.ch) und schau dir das Mobil-Ergebnis an. Alles über 70 Punkte ist solide, unter 50 solltest du handeln. Wichtiger als die Zahl sind die Hinweise darunter: Meist sind es zu grosse Bilder. Wie du das behebst, steht im Artikel Website-Ladezeit verbessern.

Mach danach den Praxistest: Öffne die Seite auf deinem Handy, mit Mobilfunk statt WLAN. Ist der Text lesbar, ohne zu zoomen? Sind die Buttons gross genug für den Daumen? Mehr dazu in Mobile-First-Design erklärt.

2. Sicherheit und Rechtliches

In der Adresszeile muss ein Schloss stehen, und die Adresse beginnt mit https. Fehlt das, zeigt der Browser eine Warnung, und Besucher springen ab. Prüfe ausserdem, ob ein Impressum und eine Datenschutzerklärung vorhanden sind und ob dein Cookie-Hinweis zu den Tools passt, die du einsetzt. Details findest du unter Website ohne Impressum in der Schweiz und Cookie-Banner-Pflicht in der Schweiz.

3. Defekte Links und Formulare

Klicke dich durch das Menü und durch die wichtigsten Buttons. Führt jeder Link auf eine echte Seite? Dann der wichtigste Test: Fülle dein Kontaktformular selber aus und prüfe, ob die Nachricht wirklich bei dir ankommt, auch im Spam-Ordner. Ein Formular, das still ausfällt, ist der teuerste Fehler, den eine Website haben kann, weil du nie erfährst, wen du verpasst hast.

«Die meisten Websites verlieren Kunden nicht wegen schlechtem Design, sondern weil etwas Banales nicht funktioniert: ein Formular, ein Link, eine Telefonnummer.»

Schritt 4 bis 6: Die Sichtbarkeit prüfen

4. Wird deine Seite überhaupt gefunden?

Gib bei Google site:deinefirma.ch ein. Du siehst, welche Seiten Google kennt. Fehlen wichtige Seiten, stimmt etwas mit der Indexierung nicht. Genauer zeigt es dir die Google Search Console, die kostenlos ist. Wie du sie einrichtest, erklärt Google Search Console einrichten.

5. Titel und Beschreibung jeder Hauptseite

Jede wichtige Seite braucht einen eigenen Titel mit dem Suchbegriff, den deine Kunden eingeben, und einen Ort, falls du lokal arbeitest. «Startseite» oder «Home» als Titel ist verschenktes Potenzial. Wie du gute Titel schreibst, steht in Title-Tag optimieren.

6. Passt die Seite zur Suchabsicht?

Überlege dir, was ein Kunde bei Google tippt, bevor er bei dir landet, zum Beispiel «Malerbetrieb Winterthur Offerte». Beantwortet deine Seite genau diese Frage, oder sprichst du nur allgemein über «Qualität und Leidenschaft»? Eine Seite pro Leistung und pro Region schlägt fast immer eine Sammelseite für alles.

Schritt 7 bis 9: Inhalt und Vertrauen prüfen

7. Der 5-Sekunden-Test

Zeige einer Person, die dich nicht kennt, deine Startseite fünf Sekunden lang und frage danach: Was bietet diese Firma an? Für wen? Was würdest du jetzt tun? Sind die Antworten unsicher, ist deine Hauptaussage zu unklar.

8. Beweise und Kontaktdaten

Hast du echte Bewertungen, Referenzen oder Kundenstimmen sichtbar? Stehen Telefonnummer und E-Mail ohne Suchen oben oder unten auf jeder Seite? Gerade Schweizer Kunden wollen wissen, mit wem sie es zu tun haben. Ein echtes Foto und ein Standort wirken stärker als jeder Werbetext.

9. Aktualität

Alte Preise, ein Jahr in der Vergangenheit im Fussbereich, ein Blog mit dem letzten Beitrag von 2021: All das wirkt, als wäre die Firma inaktiv. Prüfe Öffnungszeiten, Preise, Team und Leistungen auf Aktualität.

Schritt 10: Die Anfragen messen

Der letzte Punkt entscheidet, ob die ganze Arbeit etwas bringt: Weisst du, wie viele Besucher kommen und wie viele davon anfragen? Mit Google Analytics oder einem datenschutzfreundlichen Tool siehst du das. Eine gesunde Seite für ein lokales KMU erreicht oft zwei bis fünf Prozent Anfragen pro Besuch, abhängig von Branche und Angebot. Liegst du deutlich darunter, schau dir die Texte auf deinen Buttons an.

Auswertung: Was zuerst beheben?

Schreibe jeden gefundenen Mangel auf und ordne ihn nach Wirkung und Aufwand. Diese Tabelle hilft bei der Priorisierung:

ProblemWirkung auf AnfragenAufwand
Kontaktformular funktioniert nichtSehr hochGering
Seite lädt auf dem Handy zu langsamHochMittel
Unklare Hauptaussage auf der StartseiteHochGering
Titel ohne Suchbegriff und OrtMittelGering
Fehlende Bewertungen und ReferenzenMittelMittel
Veraltete InhalteGering bis mittelGering

Beginne immer oben: hohe Wirkung bei geringem Aufwand. Ein repariertes Kontaktformular bringt mehr als ein neues Logo, und es kostet dich meist nur eine halbe Stunde.

Wann sich ein Profi lohnt

Wenn du bei der Technik nicht weiterkommst, wenn du mehrere Seiten mit schlechten Werten hast oder wenn du nach den Korrekturen trotzdem keine Anfragen bekommst, lohnt sich ein zweiter Blick von aussen. Ein Profi sieht in einer Stunde, wofür du selber einen Nachmittag brauchst, und kann einschätzen, ob eine Optimierung reicht oder ob ein Neuaufbau sinnvoller ist. Für einen schnellen Überblick findest du auch die SEO-Checkliste für die Schweiz.

Wenn du magst, schaue ich mir deine Website im kostenlosen Erstgespräch an und sage dir ehrlich, was sich lohnt und was nicht.


Häufige Fragen

Wie oft sollte ich meine Website prüfen?

Ein gründlicher Audit einmal pro Jahr reicht für die meisten KMU. Zusätzlich lohnt sich ein kurzer Check alle drei Monate: Funktionieren Kontaktformular und Telefonnummer, laden die Seiten noch schnell, und zeigt die Search Console neue Fehler? Nach jedem grösseren Umbau oder Update solltest du sofort prüfen.

Welche Tools brauche ich für einen Website-Audit?

Für den Anfang reichen kostenlose Werkzeuge: Google PageSpeed Insights für Ladezeit und Mobilgeräte, die Google Search Console für Indexierung und Suchbegriffe, dein eigenes Smartphone für den Praxistest und ein Browser im Inkognito-Modus. Bezahl-Tools brauchst du erst, wenn du viele Seiten oder Konkurrenten vergleichen willst.

Was kostet ein professioneller Website-Audit in der Schweiz?

Das hängt vom Umfang ab. Ein Audit durch eine Agentur oder einen Freelancer kostet je nach Tiefe meist zwischen CHF 300 und CHF 1'500. Wichtig ist, dass du am Ende eine priorisierte Liste mit konkreten Massnahmen bekommst und nicht nur einen Bericht voller Fachbegriffe.


Weiterführende Links


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Webdesigner & SEO-Experte aus der Schweiz. Ich baue Websites, die gefunden werden und Anfragen bringen – ohne Bullshit.