Warum klingt eigentlich jeder gleich?
Weil die meisten beim Schreiben aufhören, sie selbst zu sein.
Du sitzt vor dem leeren Textfeld, willst professionell wirken – und auf einmal schreibst du wie eine Broschüre aus dem Jahr 2003. Steif. Distanziert.
Das Ergebnis: Texte die niemand liest. Weil sie niemanden meinen.
Hier ist die unbequeme Wahrheit: Deine Kunden wollen nicht mit «einem Unternehmen» reden. Sie wollen mit dir reden. Mit dem Menschen dahinter. Wer das versteht, schreibt automatisch besser.
Regel 1: Hör auf professionell zu klingen – fang an menschlich zu sein
Stell dir vor, du sitzt mit einem potenziellen Kunden beim Kaffee. Du erklärst ihm, was du machst.
Würdest du sagen:
«Ich offeriere massgeschneiderte Dienstleistungen im Bereich digitaler Lösungen für KMU»?
Natürlich nicht. Du würdest sagen:
«Ich baue Websites für kleine Betriebe – die nicht nur gut aussehen, sondern auch Anfragen bringen.»
Genau so. Schreib das auf.
Der einfachste Test der Welt: Lies deinen Text laut vor. Klingt es wie du? Würdest du das wirklich so sagen?
Regel 2: Dein Kunde interessiert sich nicht für dich
Sag mal ehrlich – wenn du auf eine Website gehst, was willst du wissen?
Ob die Firma seit 1987 besteht? Ob der Chef einen MBA hat? Ob «Nachhaltigkeit ein zentraler Wert» ist?
Nein. Du willst wissen: Löst das hier mein Problem?
Dein Besucher auch.
Deshalb fängst du nicht mit dir an. Du fängst mit ihm an.
❌ Fängt mit dir an | ✅ Fängt mit ihm an |
|---|---|
«Wir sind eine Agentur für Webdesign aus Zürich» | «Deine Website bringt keine Anfragen? Das kennen wir.» |
«Ich bin zertifizierter Coach seit 2015» | «Du weisst, was du willst – aber kommst einfach nicht vom Fleck.» |
«Malergeschäft Müller – Qualität seit 30 Jahren» | «Endlich Wände die so aussehen wie du dir das vorgestellt hast.» |
Der Unterschied ist brutal. Im zweiten Fall fühlt sich jemand angesprochen. Im ersten liest er weiter – auf der Website deines Konkurrenten.
Regel 3: Konkret oder vergessen
«Schnell» – wie schnell? «Günstig» – wie günstig? «Erfahren» – wie erfahren?
Diese Wörter sagen nichts. Jeder benutzt sie. Niemand glaubt sie mehr.
Werde konkret. Konkret ist mutig. Konkret ist glaubwürdig.
❌ Sagt nichts | ✅ Sagt alles |
|---|---|
«Schnelle Lieferung» | «Lieferung in 48 Stunden – oder wir melden uns vorher» |
«Günstige Preise» | «Websites ab CHF 1'900 – fertig in 3 Wochen» |
«Viel Erfahrung» | «Seit 2015 – über 80 Websites gebaut» |
«Persönliche Betreuung» | «Du hast eine direkte Ansprechperson. Kein Ticketsystem, kein Callcenter» |
Siehst du den Unterschied? Beim zweiten weisst du was du kriegst. Beim ersten weisst du gar nichts.
Regel 4: Schluss mit dem Weichspüler
Es gibt Wörter die Texte sofort töten. Erkennst du sie?
«grundsätzlich»
«im Rahmen von»
«sozusagen»
«natürlich»
«selbstverständlich»
«im Bereich»
«gerne»
Und dann der Klassiker: Der Satz der nichts sagt aber sehr wichtig klingt.
«Wir legen grossen Wert auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe.»
Was bedeutet das? Nichts. Streich es.
Jedes Wort das du streichst ohne dass Information verloren geht – muss weg. Kein Erbarmen.
Regel 5: Dein Ton gehört dir – nutze ihn
Du bist nicht wie alle anderen. Also schreib auch nicht wie alle anderen.
Manche sind direkt und schnörkellos. Andere sind warm und empathisch. Manche humorvoll, andere sachlich präzise.
Das ist kein Fehler. Das ist dein Vorteil.
Drei Fragen die deinen Ton definieren:
Wie redest du, wenn du einem Kunden etwas erklärst?
Was sagen Stammkunden über die Zusammenarbeit mit dir?
Welche drei Wörter beschreiben dich – nicht dein Unternehmen?
Die Antworten sind dein Ton. Schreib danach. Konsequent. Auf jeder Seite.
Was nicht geht: Auf der Startseite locker, auf der Angebotsseite steif, auf der Über-mich-Seite wieder anders. Das wirkt schizophren.
Regel 6: Kürzer. Immer kürzer.
Niemand liest deine Website wie ein Buch.
Sie scannen. Sie überfliegen. Sie suchen den einen Satz der sagt: «Ja, hier bin ich richtig.»
Deshalb:
Kurze Sätze. Ein Gedanke pro Absatz. Absätze maximal vier Sätze lang. Wie hier in diesem Artikel.
Und dann nochmal kürzen.
Vorher: «Im Rahmen unserer umfassenden Dienstleistungen im Bereich Webdesign und digitaler Kommunikation bieten wir Ihnen massgeschneiderte Lösungen, die exakt auf Ihre individuellen Bedürfnisse und Anforderungen zugeschnitten sind, um Ihre Online-Präsenz nachhaltig zu stärken.»
Nachher: «Wir bauen Websites die Anfragen bringen. Fertig.»
Gleiche Aussage. Ein Zwanzigstel der Wörter. Zehnmal wirkungsvoller.
Regel 7: Sag ihnen was sie tun sollen
Der häufigste Fehler am Ende einer Seite: Sie hört einfach auf.
Kein Hinweis. Kein Button. Kein Satz der einlädt.
Dabei ist das der einfachste Hebel überhaupt. Sag dem Besucher was der nächste Schritt ist. Direkt. Klar. Ohne Umschweife.
❌ «Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.» ✅ «Klingt gut? Dann meld dich. Erstgespräch kostenlos, dauert 20 Minuten.»
Der erste Satz wartet. Der zweite führt.
Kurz-Check: Texte die funktionieren
Frage | Geprüft? |
|---|---|
Fängt die Startseite mit dem Kundenproblem an? | ☐ |
Klingt es wie ich – oder wie eine Broschüre? | ☐ |
Stehen konkrete Zahlen und Details drin? | ☐ |
Habe ich alle Füllwörter gestrichen? | ☐ |
Ist der Ton auf der ganzen Website gleich? | ☐ |
Hat jede Seite einen klaren nächsten Schritt? | ☐ |
Hab ich den Text laut vorgelesen? | ☐ |
Fazit: Deine Texte entscheiden – nicht dein Design
Ein gutes Design öffnet die Tür.
Die Texte entscheiden ob jemand bleibt.
Wer klingt wie alle anderen, verliert gegen jeden der echter, direkter und klarer ist. Wer seinen eigenen Ton findet – und den Mut hat ihn zu nutzen – gewinnt Vertrauen noch bevor jemand angefragt hat.
Du brauchst kein Texter-Studium. Du brauchst Ehrlichkeit, Direktheit und die Bereitschaft, deinen ersten Entwurf nochmal komplett umzuschreiben.
Es lohnt sich.
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Häufige Fragen
Soll ich meine Texte selbst schreiben oder jemanden beauftragen?
Kommt drauf an. Wer seinen eigenen Ton kennt und direkt schreiben kann, macht das oft besser als ein Externer der dich nicht kennt. Wer aber merkt, dass er immer wieder in Floskeln verfällt oder seit Wochen vor demselben leeren Textfeld sitzt – hol dir Hilfe. Manchmal reicht schon ein externes Korrektorat um Texte von «okay» auf «stark» zu bringen.
Wie lang sollen Website-Texte sein?
So kurz wie möglich. So lang wie nötig. Kein Satz der nichts beiträgt. Kein Absatz der nur Platz füllt. Die Startseite: kurz und klar. Angebotsseiten dürfen länger sein – weil Kaufentscheidungen mehr Überzeugung brauchen. Aber auch dort gilt: lieber einen starken Satz als drei schwache.
Macht es Sinn, KI für Website-Texte zu nutzen?
Als Rohfassung ja. Als Endprodukt nein. KI-Texte klingen glatt – aber selten nach einem echten Menschen. Nimm sie als Startpunkt. Dann überarbeite mit deiner Stimme, deinen konkreten Beispielen, deinem Ton. Wer KI-Output 1:1 veröffentlicht klingt wie alle anderen – und genau darum geht es in diesem Artikel.
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